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Durch Frankreich Richtung Süden





Nach zwei Wochen in der Schweiz, Rechtzeitig bevor der Herbst so richtig unangenehm wird, brechen wir Richtung Süden durch Frankreich auf. Wir nehmen vor, möglichst keine Autobahnen zu fahren. So hoffen wir mehr Eindrücke von der Landschaft und den Einheimischen zu bekommen. Auch mögen wir es an schöne Stellen in der Natur Zeit zu verbringen. Jedoch gehören Stadtbesichtigungen auf der Reise auch zu unseren Zielen.
Da wir noch eine französische Internetkarte kaufen wollen, steuern wir als erstes die Hauptstadt des Départements Haut-Savoie, Annecy an. Der kostenlose Stellplatz für Wohnmobile liegt direkt am See und die Altstadt ist in 15 Minuten zu Fuss erreichbar. Es gibt Ver- und Entsorgung, aber im November war das Wasser abgestellt.
In einem Telefonshop besorgten wir uns eine 150GB Prepaidkarte von Free für 30 Euro, gültig für ein Monat, inklusive 25 GB im EU-Raum. Anschliessend schlendern wir, durch mit alten Pflastersteinen belegten Gassen, in der Vieille Ville, an den Kanälen und dem See entlang und verwöhnten uns mit einem feinen Essen. Für den kulinarischen Genuss stehen unzählige kleine Restaurants zur Auswahl.

Viele Wege führen nach Süden. Wir wählen nicht gerade den kürzesten und einfachsten, sondern über den Semnoz der zum Naturpark Massif des Bauges gehört. Die 15km lange Bergstrasse führt über die Passhöhe von 1699m ü.M. Uns und Body hat es richtig Spass gemacht diese Serpentine zu fahren und dabei die atemberaubende Panorama zu geniessen.

In Frankreich ist nicht schwer in der Natur zu übernachten. So finden wir Plätze wie an dem kleinem See, Sainte Helene de Lac, in der Nähe von Chambèry, oder oberhalb vom Stausee, Lac de Notre-Dame-de-Commiers unweit von Grenoble.

The Colorado Provencal ist bei Rustrel, wo aussergewöhnliche, von gelb bis rot leuchtende Felsformationen eine Wüstenlandschaft bilden. Man kann entweder einen Spaziergang auf dem blauen Weg machen (ca. 1 Stunde), oder auf dem roten (ca. 2 Stunden). Wir entscheiden uns für den letzteren. Diese trennt sich irgendwann vom blauen Weg und führt über die Felsen durch den Wald in die Höhe. Die atemberaubende Aussicht gibt uns das Gefühl, im amerikanischen Westen zu sein. Wir sind froh diesen sehr touristischen Ort in der Nebensaison besucht zu haben. 8 € für den Parkplatz (Übernachten verboten) war auf jeden Fall angemessen. Mit tollen Eindrücken fahren wir zu unserem Schlafplatz an der 2km weiter gelegene verschlafene Ortschaft Gignac.

Von einem Wanderparkplatz aus bei Poulx, haben wir eine unsere schönste Wanderung gemacht. La Baume, die Ruine einer alten Mühle am Fluss Gardon ist wirklich etwas Besonderes. Die unglaubliche Aussicht beim Abstieg in die Schlucht, verschlägt einem die Sprache. Unten angekommen verleiht die Ruhe und Schönheit das Gefühl, an einem magischen Ort zu sein. Wir konnten uns nicht satt sehen!

Von hier aus ist Pont du Gard nur eine knappe Stunde entfernt. Wir fahren auf dem offiziellen Parkplatz, der inkl. Eintritt und Museum, 9,50 €/Person kostet. Dieses Bauwerk ist grandios und ist das besterhaltene Aquädukt aus der römischen Zeit. Seit 1985 gehört es zu UNESCO Weltkulturerbe. Diese antike Meisterwerk versorgte Nîmes mit seine 50km lange Wasserleitung täglich mit rund 20'000 Liter Frischwasser. Die Brücke ist 273m lang, 49m hoch, mit drei gut erhaltene Ebenen, wovon die mittlere für Touristen zum Überqueren offensteht. Die Oberste ist nur mit Führung für 6 € Aufpreis begehbar. Im Museum wird sehr informativ der Bau dieser antike Wasserleitung nachgestellt und erklärt. Wir schauen die ganze Umgebung an und machen unzählige Fotos.

Der Wunsch etwas Meeresbrise zu schnuppern und auf Rauschen des Meeres zu erwachen, fahren wir in die Camarque. Wir wählten unsere Schlafplatz diesmal von Park4Night aus. Der Domaine, Paul Ricard Mèjanes stellt einen grossen Parkplatz für Wohnmobile zur Verfügung. Seine Tiere und den Rodeo Arena kann man besichtigen, aber das Restaurant war leider zu. Schade wir hätten es gerne ausprobiert! Camargue hat viel Schönes zu bieten. Wir nehmen den Plage de Piémanson ins Visier. In November scheint es kein Problem zu sein hier am Strand ein paar Tage zu verbringen. Auch die Gendarmerie scheint es bei ihren Kontrollrunden nicht zu stören. Wir fühlen uns sicher und Pudelwohl an diesem windigen Ecke Camargues.

Nach ein paar Tagen fahren wir weiter Richtung Süden. Eine halbe Stunde vor Perpignan ist Ille-sur-Têt unser nächstes Ziel. Im üppig grünen Natur eingebettet liegt Les Orgues d`Ille-sur-Têt, im Hintergrund mit den Pyrenäen. Interessante Gesteinsformationen aus Sand und Lehm, die durch Erosionen entstanden sind. Man fühlt sich hier ein bisschen wie im Brice Cayon. Eine knappe Stunde hat man alles gesehen, trotzdem lohnt es sich diesen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen.

Wir haben uns in Frankreich sehr wohl gefühlt. Wir hätten hier sicherlich viel mehr Zeit verbringen können, jedoch zeiht uns die Wärme weiter nach Süden.


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