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Durch das Baltikum

Teil 1





Letztes Jahr mussten wir unsere Nordkapreise schon in Polen wegen Corona abbrechen. Nach unsere 2. Impfung dieses Jahr im Juli, brachen wir auf um diese Reise weiterzuführen. Damals hatten wir noch nicht geahnt, dass wir unser Ziel auch dieses Mal nicht erreichen werden. Nach der Fahrt durch Österreich, Ungarn, die Slowakei und Polen überquerten wir die Grenze auf der A135, bei Lazdijai nach Litauen. Auf diese Strecke ist zwar Fahrverbot für schwere Motorwagen, wurden wir jedoch von einem netten Polizisten als Wohnmobil durchgewunken. Wir kauften eine Prepaidkarte an der ersten Tankstelle, was im Baltikum allgemein sehr günstig ist, und fuhren weiter zu unserem Stellplatz am See, was wir gegoogelt haben. Wir wussten nicht, dass in Litauen die meisten Grundstücke an Seeufern im Privatbesitz sind. An unserem Platz trafen wir per Zufall den Besitzer und seine Familie, die das Wochenende hier verbringen wollten. Nach einem netten Gespräch durften wir uns am tiefsten See von Litauen, die Galstas-See, in der Nachbarschaft mit unseren freundlichen und in Partylaune versetzten Gastgebern entspannen. Waschen war wieder angesagt, darum suchten wir ein Camping in Druskininkai. Der idyllisch an der Memel gelegene Ort, 130 Kilometer südwestlich von Litauens Hauptstadt Vilnius, ist für die salzhaltige Quellen bekannt. Daher hat die Stadt auch seinen Namen: Druskas heisst auf litauisch Salz. Bis die Kleider trockneten machten wir eine Stadtrundgang. Bevor wir die Natur der Westküste Litauens und die Kurische Nehrung eintauchten, besichtigten wir die Hauptstadt Vilnius. Wieder kamen unsere Trottis zum Einsatz. Der geplante Tag reichte aus die wichtigsten Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Am besten hat uns das KGB Museum gefallen. Wir waren richtig beeindruckt und mitgenommen von den grausamen Gefängnissen. Die original gelassenen Räume sagen tausende Worte! Im Vilnius gibt es auf Schritt und Tritt Kirchen verschiedene Glaubensrichtungen, allein über 50 im Stadtzentrum. Nicht um sonst wird die litauische Hauptstadt gern die «Stadt der tausend Kirchen» oder auch «Rom des Ostens« genannt. Der Aufstieg zu der Burg (für 1 Euro hätte man auch den Lift nehmen können) hat sich definitiv gelohnt. Wir wurden mit einem atemberaubenden Panorama von der Stadt entschädigt. Was uns enttäuscht hat, ist der drehende Fernsehturm, wo wir einen netten Abend mit feinem Essen verbringen wollten. Der Turm stand leider wegen Revisionsarbeiten still. Nicht nur die Einrichtung erinnerte stark an die sozialistische Vergangenheit, auch der Auswahl der Menükarte und der Qualität des Essens! Der Abend hat sich aber wegen der Rundsicht über die Stadt, trotzdem gelohnt! In Kaunas machten wir nur ein Zwischenstopp. Von hier aus fuhren wir am Memel entlang, was gleichzeitig die Grenze zu russischer Enklave ist, nach Kintai. Die ganze Ostseeküste scheint ein Paradies für Kitesurfer zu sein. Die 98 km lange kurische Nehrung erreicht man mit der Fähre von Klaipèda.. Die Halbinsel wird seit 2000 von UNESCO als Welterbestätte geführt, und ist unter Naturschutz. Der Eintritt kostet 30 Euro/P. Ob man irgendwo am Sandstrand chillen will, oder eine von den netten Ortschaften besucht, ist jedem selbst überlassen. Jedoch der spektakulärste Teil der Halbinsel sind die Dünen an der russischen Grenze und sind jederzeit ein Besuch Wert.


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