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Durch Polen

Teil 3







Wir mussten das erste Mal eine Scania Garage aufsuchen. Die Starter-Batterien hatten, 1x 25% und 1x 40% Leistung. Wir kauften zwei neue. Auf der Grube ist noch eine Dieselleitung aufgefallen, die undicht war. Wurde auch gleich ersetzt. Für eine besondere Kundenservice hielten wir, als der Werkstattchef mit zwei Mittagessen für uns daherkam. Kurz nach dem Mittag konnten wir die Fahrt Richtung Białowieża Nationalpark fortsetzen. Hier im Osten geht die Sonne früher unter, daher fingen wir beizeiten an einen geeigneten Schlafmöglichkeit zu suchen. So stiessen wir auf einen grossen Parkplatz mitten in einem Wald. Diese Parkplatz gehört zu orthodoxe Pilgerstätte Grabarka-Klasztor. Beim Spaziergang hier auf dem heiligen Berg, zwischen tausenden von Kreuzen, die seit Jahrhunderten als Hilferuf in schwierigen Lebenssituationen aufgestellt wurden, spürt man förmlich eine spirituelle Kraft. Am Fusse des Berges sieht man bis heute Menschen, die sich aus der Brunnen mit dem heiligem Wasser waschen und Trinkflaschen abfüllen. Wieder einmal fühlten wir uns bestätigt, dass Zufälle zu den schönsten Ziele führen können. Die Strasse Nr. 689 von Hajnówka Richtung Białowieża, führt durch eine Baumallee von unbeschreibliche Schönheit, um dann im letzten Urwald von Europa zu endet. Kurz vor Białowieża sahen wir einen Schild «Rezerwat Pokazowy Żubrów» mit Parkmöglichkeiten. In diesem Reservat, auf über 27 Hektaren, werden unter Naturnahen Bedingungen u.A. Wisenten, Trapanpferde, Hirsche, Elche, Wölfe und Luchse in Gehegen gehalten. Einheimische Imker bieten vor dem Eingang aus den nahegelegene Bienenstöcken verschiedene Honigsorten an. Wir deckten uns für die Wintermonate mit Honig/Schoggi und Honig/Himbeere ein. Wir freuen uns auf die aussergewöhnliche Geschmäcker. Bei Białowieża befindet sich ein Naturschutzgebiet, wahrscheinlich der letzte unberührte Urwald in Europa. Der grösste Teil des über 1500 Km2 grossen Gebietes ist für jedermann frei zugänglich, jedoch den Kern darf man nur in Begleitung mit einem ausgebildeten Guide betreten. Wir buchten eine vierstündige Tour im Herzen des Urwaldes. Unsere Begleiterin Maria, hat uns viele Details von Fauna und Flora mit grossem Fachwissen erzählt. Erstaunlicher Weise kannte sie nicht nur die deutsche und lateinische Namen der Pflanzen, nein, sie kannte auch deren Zweck und Nutzen in der Naturkunde. Highlights unserer Tour waren Gewaltsexemplare von Stileichen, der Besuch der grössten gemeinen Esche der Welt, sehr viel eindrückliches Totholz das im Wald lag bzw. stand und die Vielfalt an Pilzen, die zum Teil nur in diesem Wald wachsen. Auf dem Rückweg liessen wir den Gedanken freien Lauf und stellten uns vor, wir verlassen einen Märchenwelt. Der Palastpark war in der Neuzeit ein wesentlicher Bestandteil der privaten Jagdresidenz der Zaren von Russland. Ein Obelisk aus dem Jahre 1752 bezeugt den Aufenthalt des polnischen Königs August III. in Białowieża. Die Fahrt über Białystok Richtung Litauen führte uns in die grösste Seelandschaft Polens, die sog. Masurische Seeplatte. In Augustów machten wir einen Zwischenstopp, wo wir uns nach einem kurzen Spaziergang entschliessen zu bleiben. Trotz des kühlen Wetters wollten wir mit einem Katamaran einen Ausflug auf dem See machen. Die vierstündige Schiffart ging um 10.00 Uhr los, über die Necko-See, dann durch eine alte Schleuse auf die Biale-See, wo wir für eine halbstunde Pause auf eine Halbinsel anlegten. Hier konnten wir uns bei einem kleinen Spaziergang zu einer Kapelle und zum Denkmal von Papst Johannes Paul II., die Beine vertreten. Nach der Rückfahrt spazierten wir noch durch die Stadt, aber mit Ausnahme vom über 1oo Km langen Augustów-Kanal, der mit 18 Schleusen die Weichsel mit dem Memel verbindet, fanden wir nichts Aufregendes. Auf einer Halbinsel, vom bis zu 72 Meter tiefen Wigry See umschlossen, bietet das Kloster der Kamaldulenser einen traumhaften Blick auf die Landschaft des Wigry-Nationalparks. Schon die Fahrt durch diese wunderbare Naturlandschaft erfüllte uns mit höchste Begeisterung. Die Eremiten verliessen den Kloster schon vor über 200 Jahren. Im zweiten Weltkrieg wurde die burgförmige Anlage im barocken Stil mit Ziegelsteinen gebaut, fast völlig zerstört. Im Jahre 1950 begann die Wiederaufbau und ist seit 1973 an die polnische Staat als Kulturzentrum vermietet.
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