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Durch Polen

Teil 1







Nach mehreren vergeblichen Versuchen in der hohen Tatra über die Grenze nach Polen zu gelangen (Gewichtsbeschränkungen), mussten wir den Umweg über die N59, Grenzübergang SVK 59 Trzcziana / POL 7 Chyżne nehmen. Unser Weg führte uns durch Chocholow, wo die meisten Häuser, für die Region typische Holzarchitektur, gebaut wurden. Das Dorf wird deshalb oft als lebendiges Freilichtmuseum bezeichnet. Zakopane ist für Polen, wie St. Moritz für die Schweiz. Die Stadt zählt jährlich rund drei Millionen Besucher, so kommen auf einen Einwohner etwa 100 Touristen. Mit der Zahnradbahn sind wir auf den Gubałówka, der Hausberg der Stadt. Es muss angeblich ein Traum jedes Polen sein ihn einmal besucht zu haben. Die Aussicht ist über das Bergpanorama grandios, aber sonst trifft man hier nur Massentourismus pur. Unzählige Souvenierbuden mit billigem Ramsch schmücken den Spazierweg. Wer mag, kann auch den Wanderweg nehmen, da soll es viel entspannter sein. Unten in der Stadt schlenderten wir durch die Promenade. Beim Mittagessen beobachteten wir von der Terrasse eines Restaurants das lebhafte Treiben auf der Krupówki. In Polen ist Wildcampen offiziell verboten, wird aber fast überall toleriert. Man trifft Einheimische an vielen Orts mit Zelt, Camper oder Wohnwagen, um das Wochenende in der Natur zu verbringen. Wir fanden eine Stelle am Jezioro Czorsztynskie-Stausee, wo wir auch ein paar Tage das sonnige Wetter geniessen wollten. Beim Spaziergang auf dem sehr schön ausgebauten Radweg am Ufer entlang, entdeckten wir Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert, die unter Denkmalschutz stehen. Sie wurden von ihren Original Standort, beim Anlegen der Stausee 1997, hier umgesiedelt und dienten bis vor kurzem als Gaststätten. Sie sind jedoch verlassen und vernachlässigt. Es lohnt sich vom Ufer etwas auf den Hügel hinaufzusteigen, um die Aussicht auf den See und die Umgebung zu geniessen. Das Dorf Zalipie ist bekannt für die märchenhaft bemalte Häuser. Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Häuser von Zalipie nicht ausreichend belüftet und die Wände färbten sich durch den Rauch der Kamine schwarz. Die Flecken wurden mit Kalk übermalt, bis eine Bewohnerin auf die Idee kam, das Problem künstlerisches Flair zu verleihen. Sie malte eine Blume an die Wand, um die Russflecken zu überdecken. Das florale Kunsthandwerk wurde von Generation zu Generation weitervererbt, vor allem unter den Frauen, und heute schmücken die gemalten Ranken bereits Fenster, Möbel und Haushaltsgeräte. Zwar sind die bunten Häuser nicht mit dem Pfefferkuchenhaus aus dem Märchen vergleichbar, dafür sind ihre Bewohner aber wesentlich freundlicher und öffnen Besuchern gerne ihre Türen. Unser nächstes Ziel war Krakau, für uns die erste Grossstadt in Polen. Wie es sich schon gut bewährt hat, nahmen wir die Trotti`s für die Stattbesichtigung. Auf dem Weg zum Museum Schindlers Fabrik, hielten wir auf dem «Platz der Helden des Ghettos». Hier stehen 70 Stühlen grau, leer, überdimensioniert. Sie wurden als Mahnmal errichtet, um die Tragödie der Ghettobewohner zu symbolisieren. Hier wurden die Juden zusammengetrieben für die Selektionen und zur Deportation in die Konzentrationslager. Oskar Schindler hat 1200 von ihnen gerettet. Sie arbeiteten beim ihm in der Emailfabrik. Das jetzige Museum zeigt die Kriegsgeschichte Krakaus von 1939-1945 und die Geschichte der von Schindler geretteten jüdischen Insassen des Konzentrationslagers Płaszów. Man wird hier mit der unglaublich tragischen Zeitgeschichte beeindruckend konfrontiert. Am Nachmittag spazierten wir in der Altstadt von der Marienkirche, die Tuchalle, das Florianstor bis zu dem Barbakan. Burg Pawel war von 1040-1795 der Residenz der polnischen Könige. Es befindet sich hier die Kathedrale von Krakau und verschiedenen historischen Gebäuden. Ein Besuch lohnt sich nicht nur deswegen, auch zum Spazieren im schönen Burggarten und das Panorama über die Stadt zu geniessen.
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