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2006 Korsika


Mit dem Motorrad durch die "schönste Insel des Mittelmeeres" vom 17. - 30 September 2006.



Die Fähre ab Livorno nach Bastia haben wir im Internet bei Moby-Lines inkl. Übernachtung gebucht. So konnten wir am Samstag gemütlich bis Porto di Livorno fahren, verladen und auf dem Schiff übernachten. Am Sonntag setzten wir in den Morgenstunden ab Richtung Korsika. Die Überfahrt war bei ziemlich stürmischem Wetter etwas holperig…..


Haut Corse, die schöne Einöde


Nach fünf Stunden kamen wir unter bewölktem Himmel in Bastia an. Nach dem Ausladen verliessen wir Bastia auf der D-80, Richtung Norden. Die Haut Corse wird an Vielfalt und Gegensätzen von keinem anderen Gebiet der Insel übertroffen! Während an den sanften Hängen des Patrimonio die besten Weine Korsikas gedeihen, kämpfen karge Macchiabüsche an den steilen Hängen des Cap Corse ums Überleben. Auf der Col de la Serra steht ein komplett neu renovierte Windmühle, die Moulin Mattei mit schöner Aussicht. Ab hier fuhren wir Richtung Süden. Die Küstenstrasse ist zum Teil beängstigend eng. Für Motorradfahrer ein Traum, für andere ein Albtraum. Reisebusse. Warum dürfen die auf dieser Strasse überhaupt fahren? Auf diese enge Küstenstrasse ein Fünf-Sterne-Fernreisebus in einer engen Kurve verkeilt, sieht sich mit einer entgegenkommenden Armada von zehn Wohnmobilen konfrontiert. Rien ne va plus. Der Bus kann nicht zurücksetzen, die Rentner in ihren Womo‘s erst recht nicht. Das kann Wochen dauern. Irgendwie bekomme ich unsere 1100 R zwischen Felswand und Bus hindurch. Würde mich interessieren, ob die Kontrahenten hier überwintern müssen.

In Nonza machten wir ein Halt. Wie in vielen Orten an der Küste, sitzen manche Häuser trotzig auf der überhängenden Kante der bröseligen Kalkfelsen. Es ist nicht die Frage ob, sondern wann wieder ein grosses Stück der fragilen Felsen ins Meer stürzt, vielleicht sogar ein Haus mitnimmt. Übermorgen oder erst in 1000 Jahren, keiner kann das sagen. Leben am Abgrund. Über viele Stufen stiege ich hoch in die von mächtigen Festungsmauern gesicherte Altstadt. Hier oben ist von der stetig präsenten Gefahr des Abbruchs nichts zu spüren. Ein Gewirr schmaler Gassen, viele kaum autobreit, zwängt sich zwischen alten Häusern, manche restauriert, andere heruntergekommen, eine faszinierende Atmosphäre





Die Westküste, atemberaubende Küstenlandschaft


In Algajola an der Küste nahmen wir ein kleines Hotel, das l'Ondine für drei Tage. Bis zu Sandstrand sind es nur ein paar Schritte. Kulinarisch sind wir in der Pizzeria La Chariot, wo nicht nur mit Pizza, auch mit korsisches Spezialitäten verwöhnt worden. Am dritten Tag fuhren wir nach L’Ill de Rousse zurück und machten einen kleinen Stadtbummel. Auf der D-81 fuhren wir dann weiter Richtung Süden. Ota liegt in einer Bucht an der Westküste. Hier haben wir uns entschlossen ein Gummiboot zu mieten und auf‘s Meer hinaus zu fahren. Es hat sich gelohnt. Die Felswände entlang der Küste waren einfach atemberaubend. Ein erfrischendes Bad im klarem Wasser und zurück auf’s Land. Die Fahrt bis Propriano wahrscheinlich die schönste Küstenlandschaft ever….Senkrechte Felswände, bizarre gelbrote Granittürme, oft merkwürdig geformte Meisterwerke der Erosion, weit unten das Meer. Das ist die Calanche. Natürlich haben wir von ihr gehört, hatten Bilder gesehen, aber die Realität im warmen weichen Abendlicht sieht 1000-mal besser aus. Samtig weiche und warme Luft, der Geruch von blühender Macchia, weite Aussicht über gestaffelte Bergketten am Golf von Sagone, ab und zu einen Café au Lait und sonst einfach nur fahren und geniessen. Rechts das Meer, links am Horizont die höchsten Berge der Insel, und diese unglaublichen Pässe Punta Vida, Col de San Bastiano und Col de Listincone.





Zentralmassiv mit 70 Gipfeln


In Propriano nahmen wir die D-19 Albellara, dann die D-119 bis Acoravo und dann die D-268 Richtung Zonza bis Notre-Dame-de-Neiges. Vor uns bohren sich die bizarren, fast 2000 Meter hohen Felstürme Aigle de Bavellas in den tiefblauen Himmel, Berge, die an die Dolomiten erinnern. Die feinsten Kurven klettern hoch bis zum Col de Bavella. Monumentale Kiefern vor senkrechten Felswänden, eine grandiose Szenerie. Dann fuhren wir zurück bis die Verzweigung D-420 Richtung Quenza und Aullène. Die Strassen sind sauber, etwas breiter, die Kurven kaum noch hinterhältig und die vereinzelten braunen Schweine sind weniger suizidgefährdet oder haben einfach im Verkehrsunterricht besser aufgepasst. Ab Aullène fuhren wir nordwärts die D-69 bis Vivario, dann die T-20 bis Casamozza. Ausserhalb von Bastia übernachrteten wir das letzte Mal, und bevor am Nachmittag nach Genua einschiffen konnten, fuhren wir noch einmal nach Saint-Florent und haben am einem schönen Strand die letzten Stunden in Korsika in vollen Zügen genossen.





Fazit:


Wir bereisten mit unserem HONDA 1100R eine kleine Insel wo es viel zu erforschen gibt, unter anderem viele einsame Strände und Buchten, viele kurvenreiche Strecken bis hin zu einer der schönsten Landschaften in Europas. Unser Fazit dieser Reise war: „Da müssen wir auf jeden Fall nochmal hin!“.